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Vielfach süßer als Zucker, natürlich gewachsen und komplett kalorienfrei: ab 3. Dezember ist Süßstoff aus der Süßpflanze Stevia legal in Europa zugelassen. Der Durchbruch für Stevia sei die Entscheidung allerdings noch nicht, urteilt Stevia Forscher Dr. Udo Kienle von der Universität Hohenheim. Denn in Lebensmittel dürfen nur vergleichsweise geringe Mengen verwendet werden. Auch Landwirte dürfen das Süßkraut noch nicht anbauen. Doch die Teilzulassung sei ein wichtiger Schritt für die Verbraucher, das Zukunftspotential der Pflanze sei weiterhin enorm.
Ab 3. Dezember dürfen Lebensmittel in den Handel gegeben werden, die mit Steviolglykosiden gesüßt wurden. So meldet es das Amtsblatt der Europäischen Union vom vergangenen Samstag. Steviolglykoside sind Süßstoffe, die aus dem Süßkraut Stevia rebaudiana gewonnen werden. Allerdings ist der Süßstoff nicht unbegrenzt freigegeben: Lebensmittel müssen sicherstellen, dass eine Tageshöchstdosis von 4 mg/kg Körpergewicht sogenannter Steviolequivalente beim Menschen nicht überschritten wird. Auch der Anbau von Stevia in Europa ist damit noch nicht zugelassen.
In den Gewächshäusern der Universität Hohenheim ist Stevia - zu wissenschaftlichen Zwecken – schon seit Jahrzehnten heimisch: Seit fast 30 Jahren forscht Dr. Udo Kienle von der Universität Hohenheim um das süße Kraut, das ursprünglich aus Paraguay stammt. In dieser Zeit erforschte er Anbau- und Verarbeitungsverfahren für den europäischen Markt. In Marktstudien lotete der Agrarwissenschaftler Verbraucher-Akzeptanz und Erwartung aus. Im Auftrag der EU untersucht Dr. Kienle, ob Stevia eine Einkommensalternative für Tabakbauern wäre. Sein Buch „Stevia rebaudiana – Der Zucker des 21. Jahrhunderts“ erschien 2011 im Spurbuch Verlag.
Literatur:
Dr. Udo Kienle: „Stevia rebaudiana – Der Zucker des 21. Jahrhunderts“, Spurbuchverlag, 2011, Hardcover mit zahlreichen Farbabbildungen, 184 Seiten, ISBN-Nummer: 978-3-88778-356-3, Preis: 19,80 EUR
„In diesem Buch habe ich 30 Jahre hautnahes Erleben als Forscher in Sachen Stevia zusammengefasst“, sagt Dr. Kienle, der als Agrarwissenschaftler an der Universität Hohenheim forscht. So biete das Werk dem Verbraucher erstmals einen Einblick hinter die Kulissen, fasse den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Thema zusammen und erläutere die wahren Beweggründe, warum „die Zulassung jetzt endlich kommen kann“.

Weitere Informationen:
Dr. Udo Kienle
Universität Hohenheim
Institut für Agrartechnik
Tel.: 0711/ 459 - 22 845
E-Mail: Udo.Kienle(at)uni-hohenheim.de
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