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17.03.2011

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit erhält rund 1,5 Mio. Euro Förderung

Auf Einladung des ZI besuchten am 10.03.2011 der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, und der baden-württembergische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Prof. Dr. Peter Frankenberg, das ZI in Mannheim. Staatssekretär Braun überreichte persönlich die Bewilligungsurkunden für drei Projekte, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten drei Jahren mit rund 1,5 Mio. Euro gefördert werden.

Nach umfangreicher Begutachtung hatten sich diese Projekte in dem europäischen Netzwerk ERA-Net NEURON durchgesetzt, in dem das ZI drei von insgesamt europaweit elf Anträgen nach Mannheim holen konnte. In den kommenden Jahren werden hier in Zusammenarbeit mit europäischen Forschergruppen wichtige Aspekte psychischer Erkrankungen erforscht werden können.

Das Wissenschaftsministerium fördert das ZI mit rund elf Millionen Euro jährlich. Minister Professor Frankenberg bezeichnete das Zentralinstitut als eine der europäischen Spitzeneinrichtungen in der Psychiatrieforschung. Insbesondere würdigte er die Anwendung neuester Forschungsergebnisse in der Krankenversorgung.

Urkundenübergabe zu folgenden Projekten des Neuron-Verbunds

1) NEURON-Verbund SuppHab: Behandlung therapie-resistenter Depression durch Aktivitätsminderung der lateralen Habenula
Projektleiter Prof. Dr. Alexander Sartorius
Projektvolumen, -laufzeit: BMBF-Anteil: 330.812,00 €, 01.03.2011 bis 28.02.2014

Kurzinformation:
Ca. 15% aller an Depression erkrankter Patienten sprechen nicht auf herkömmliche antidepressive Behandlungsverfahren an. Seit kurzem wird die Tiefenhirnstimulation (THS), die bei Parkinson ein Standardverfahren darstellt, als innovatives Verfahren zur Behandlung schwerster Depressionen eingesetzt. In dieser Studie sollen in einem Tiermodell der therapie-resistenten Depression die Verhaltensverbesserungen unter THS bestimmter Hirnteile untersucht werden. Die Untersuchungen soll durch Magnetresonanzbildgebung im Tiermodell der Depression und in weitestgehend identischer Weise bei depressiven Patienten durchgeführt werden.

2) NEURON-Verbund POSEIDON: Prä-, peri- und postnataler Stress bei humanen und nicht-humanen Nachkommen: Ein translationaler Ansatz zur Untersuchung epigenetischer Effekte auf Depression
Projektleiter: Prof. Dr. Michael Deuschle
Projektvolumen, -laufzeit: BMBF-Anteil: 739.156,00 €, 01.03.2011 bis 28.02.2014

Kurzinformation:
Das Vorhaben ist Teil einer europäischen Kooperation im Rahmen des ERA-NET NEURON. Stress während und nach der Geburt ist mit erhöhtem Risiko für Depression assoziiert, wozu vermutlich epigenetische Mechanismen (DNA-Methylierung; veränderte Genexpression) beitragen. Die Studie untersucht diese Mechanismen bei unterschiedlichen Spezies, Geweben, Stressoren und Zeitpunkten.

3) NEURON-Verbund TRANSALC: Translationale Hirnbildgebung zur Erkennung alkoholismusbedingter Störungen in neuronalen Netzwerken und zur Beurteilung pharmakologischer Therapieansätze
Projektleiter: PD Dr. Wolfgang Sommer
Projektvolumen, -laufzeit: BMBF-Anteil: 489.772,00 €, 01.03.2011 bis 28.02.2014

Kurzinformation:
Schätzungsweise erkranken jährlich mehr als 23 Millionen europäische Bürger an Alkoholismus. Neben dem unsäglichen Leid für die Patienten und deren Familien verursacht die Erkrankung auch immense Belastungen für das öffentliche Gesundheits- und Gemeinwesen. Seit einiger Zeit gibt es pharmakologische Behandlungsansätze für die Erkrankung. Allerdings kann ein Durchbruch bisher nicht verzeichnet werden, was zu einem bedeutenden Teil auch auf mangelnde Effektivität der eingesetzten Arzneimittel zurückzuführen ist. Das Ziel dieses Projektes ist es, die Aussagekraft von tierexperimentellen Studien für die Entwicklung wirksamer Medikamente zur Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus zu erhöhen. Das Vorhaben führt Untersuchungen am Gehirn von Patienten und Versuchstieren unter Einsatz der neuronalen Bildgebung durch.

Mit Empfehlung von:
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ZI Mannheim, 11.03.2011 - 17.03.2011

Weitere Informationen:
Sigrid Wolff, Dipl.-Psych.
Leitung Referat Öffentlichkeitsarbeit
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J5, 68159 Mannheim
Tel.: 0621/1703-1301
Fax: 0621/1703-1305
E-Mail: sigrid.wolff(at)zi-mannheim.de

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Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim (externer Link, neues Fenster)

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